3CX kauft Askozia

3CX kauft Askozia

Askozia PBX wird 2018 eingestellt – das Ende einer Ära

PBX-Pioniere mit offenen Lizenzmodell werden geschluckt

Nicht nur unter Insidern ist der Asterisk Sprössling – die Askozia – beliebt. Ihr Lizenzmodell war unabhängig von der Anzahl genutzter Leitungen. Einmalig ist der Call Flow Editor, der kaum Wünsche offen ließ. Nun, Askozia gibt es nicht mehr. 3CX hat sich im August Askozia einverleibt. Was folgte war die Ankündigung, dass Askozia PBX ab Januar 2018 nicht mehr betrieben werden kann. Der Support wird eingestellt.

Die kommerzielle Ära hat begonnen

Als Ersatz gibt es eine Lizenz der PBX von 3CX. Der Haken dabei ist: bei Askozia war es egal, ob eine Leitung oder 100 Leitungen belegt wurden. Eine aktuell benutzte Leitung (egal ob intern oder extern) gibt es bei 3CX für 4 Leitungen ab ca. 400,- €, 100 Leitungen gibt es bei 3CX für 128 Leitungen gegen ca. 9.000 €. 

Hinzu kommt, dass beide Systeme aus vollkommen verschiedenen PBX-Welten stammen. Ihr Telefoniemanagement ist grundverschieden. 

So gilt es abzuwägen, sehr tief in die Tasche zu greifen, und einen Konfigurations-Marathon absolvieren zu müssen. Schon bei einem der Themen steigen meine Nackenhaare steil empor.

Erste Erfahrungen mit 3CX

Trotzig und mit Vorbehalten setzte ich mich an die Installation der 3CX, um meinen heimlichen Entschluss gegen 3CX mit umständlichen Konfigs etc. zu untermalen. Aber dann passierte es, ein Doppelklick im Windows-Server 2008, und schon war es geschehen. So schnell habe ich noch nie eine TK-Anlage eingerichtet, und dann funktionierte das auch noch auf Anhieb.

Schwieriger hingegen erweist sich die Integration der Peripherie-Geräte. Hier sollte man lieber auf die Kompatibilitätsliste von 3CX schauen. Das kann manche Frustration ersparen.

Highlight ist die Web-RTC Integration. Gemeinsam mit dem Softphone lassen sich alle Kommunikationskanäle managen. Das Softphone kann zwischen CTI und Softphone umgeschaltet werden. Im CTI-Modus dient es quasi als Fernbedienung für das angemeldete Tischtelefon. So wird per Klick auf eine Telefonnummer am PC jedes Telefon fernbedienbar, sehr praktisch. 

Neben vielen weiteren Funktionen sticht das Konferenzsystem besonders hervor. Web-RTC Videokonferenzen vermählen sich mit SIP-Telefonie. So werden Call-Back-Funktionen auf der Webseite für den Kunden-Support möglich.

Zuletzt möchte ich noch ein ganz wesentliches Merkmal der 3CX Smartphone App hervorheben. Es gibt viele Softphones, die ziehen – da permanent aktiv – ruckzuck den Akku leer. Das macht VoIP für Smartphones unattraktiv. Bei dem 3CX Softphone kann der Schlummerbetrieb aktiviert werden. Bei einem Anruf bekommt das Softphone den Anstubser von Google. Und wer online geht, hat in der Regel auch Google im Standby dabei.

Das eröffnet vollkommen neue Horizonte für jeden Außendienstmitarbeiter – unterwegs, und doch in Festnetzqualität erreichbar. Jetzt noch eine App für die entsprechenden Hintergrundgeräusche…

Fazit

3CX bietet ein ausgereiftes Produkt, das zwar teuer ist, jedoch kaum Wünsche offenlässt.

Sicher kann man das alles auch mit Linux auf Asterisk-Basis zusammenbauen. Aber so schnuckelig durchdekliniert wie bei der 3CX, kann ein Asterisk-Derivat nie werden. 

Aber auch zu der Konkurrenz in der Windows Welt kann sich die 3CX sehen lassen. TK-Anlagen, wie die SDK von Mizutech, sind dagegen viel näher am Linux Installer.

Die 3CX ist eine Telefonanlage für den Nicht-Nerd, den Nicht-Linuxer und den Nicht-Forenlesern. Im Vergleich zu Linux-Asterisk Produkten fühlt sich die 3CX in der Administration und der Gefälligkeit des Designs wie ein Mercedes an. Komfort, der teuer ist.

Askozia gegen 3CX, ist das ein guter Tausch? Ja und nein, dies ist das ehrliche Fazit. Dem Admin macht es die Arbeit leichter und schwerer zugleich. Der Anwender profitiert von der Einbindung des zukünftigen Kommunikationsstandards Web-RTC.

Hier geht es zum Backup-Konverter: Askozia 2.X auf 3CX V15.5

 

By |2017-10-11T16:02:41+00:00September 21st, 2017|Internet, Telefonie|
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